Zur Startseite > Aktuelles > News > Ganzheitliche Optimierung der Supply Chain

Ganzheitliche Optimierung der Supply Chain

Ermittlung der Leistungsfähigkeit und Flexibilisierung von indirekt operativen Bereichen am Beispiel des Schrottparks bei ArcelorMittal Belval&Differdange S.A

Kaum ein anderer Werkstoff verfügt über eine so hohe Recyclingquote wie Stahl. Bis zu 80% des Stahlschrotts lassen sich mit Elektroschmelz-verfahren wieder in den Kreislauf integrieren und können zu neuen Produkten mit den gewünschten metallurgischen Eigenschaften verarbeitet werden.

Steigende Anforderungen an den Schrottpark durch Produktivitätssteigerungen in der Produktion


Auch die Werke von ArcelorMittal Belval&Differdange setzen das Elektroschmelzverfahren ein und verarbeiten für die Stahlherstellung einen gezielten Mix an Stahlschrott. Dazu werden täglich mehrere tausend Tonnen Schrott per Waggon und LKW angeliefert. Von den Waggons wird der Schrott mittels Portalkran magnetisch abgeladen und möglichst direkt in den Schmelzprozess integriert. LKWs hingegen werden standortspezifisch entweder mit mobilen Kränen oder ebenfalls mit dem Portalkran vor allem mit Greifer in die Schrottgrube entladen.

Der Schrottpark erfüllt in diesem Prozess folgende Hauptfunktionen:

  • die Qualitätskontrolle des Schrotteingangs
    (d.h. visuelle Kontrolle der Güte, Identifikation von Fremdkörpern)
  • die Entladung des angelieferten Schrotts und sortenreine Lagerung in Schrottgruben
  • die Belieferung des Stahlwerkes mit der vorgegebenen Schrottzusammensetzung und Menge
  • der gezielte Aufbau des Lagerbestandes einzelner Schrottgüten zur Sicherstellung der Materialverfügbarkeit bei schwankenden Inboundströmen

Oberste Priorität hat in diesem Zusammenhang die zeit- und mengengerechte Belieferung des Stahlwerks. Vor dem Hintergrund, dass die Produktivität des Stahlwerks in den letzten Jahren signifikant gesteigert wurde, nahmen die Anforderungen an den Schrottpark stark zu. Das Stahlwerk verbraucht nicht nur mehr Schrott, was ein höheres tägliches Entladevolumen an eingehenden LKW und Waggons zur Folge hatte. Auch die vom Werk vorgegebene Taktzahl zur Schrottversorgung wurde erhöht. Folglich ist der Schrottpark einem Spannungsfeld ausgesetzt, in dem er mehr Volumen in geringerer Zeit umschlagen muss.

Prüfung der Einflussfaktoren und Ermittlung der Leistungsfähigkeit


Die STREMLER AG wurde beauftragt, die Leistungsfähigkeit des Schrottparks unter Berücksichtigung der Real- und Maximalleistung des Stahlwerkes für zwei luxemburgische Standorte zu ermitteln. Auf Basis einer detaillierten Analyse wurde die Ist-Situation dargestellt und verschiedene interne sowie externe Einflussparameter identifiziert. Dabei zeigte sich, dass neben der bereits erwähnten hohen Produktivitätssteigerung des Stahlwerkes folgende weitere Einflussfaktoren zu berücksichtigen sind:

  • Schmelzdauer und eingesetzter Schrottmix
  • Schwankende Entlademengen in Abhängigkeit von der jeweiligen Schrottsorte
  • fehlende Kontinuität in der Waggon- und Schrottverfügbarkeit
  • Prozesssicherheit im Schrottpark sowie Organisation der Be- und Entladung


Mittels fundierter Prozess- und Zeitaufnahmen berechnete und quantifizierte die STREMLER AG die aktuelle Leistungsfähigkeit des Schrottparks. In enger Abstimmung mit dem operativen Team bis hin zum verantwortlichen Management wurde die erforderliche Leistungsfähigkeit festgelegt und die zukünftigen Anforderungen an den Schrottpark definiert.

Definition und Bewertung von Maßnahmen zur Leistungssteigerung


Auf Basis dieser Leistungsvorgaben zeigte die STREMLER AG Handlungsfelder und Maßnahmen auf und bewertete diese in mehreren Szenarien. Diese beinhalteten sowohl organisatorische Verbesserungen als auch Investitionsmaßnahmen in die bestehende Technik. Der Führungsebene von ArcelorMittal Belval & Differdange wurde somit eine Entscheidungsgrundlage unterbreitet, die konkrete Handlungsfelder und Maßnahmen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit des Schrottparks aufzeigt.

 

  • Kapazitätssteigerung zwischen 10% und 20% durch rein organisatorische Maßnahmen
  • Kurzfristige Steigerung des Entladevolumens um 23% pro Schicht durch den Zukauf temporärer Entladekapazitäten von Sub-Contractorn zur Deckung von Belastungsspitzen
  • Steigerung der aktuellen Entladekapazität um ca. 40% durch Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Magneten des Portalkrans

Nach der Übergabe der Maßnahmenpakete an das operative Team wird ArcelorMittal den Verbesserungsprozess umsetzen. Die STREMLER AG begleitet die Umsetzung mit der Einführung eines Monitoring- und Kennzahlensystems zur Leistungsmessung des Schrottparks. Die STREMLER AG hat wesentlich dazu beigetragen, Transparenz hinsichtlich der Leistungsfähigkeit des Schrottparks zu schaffen und diesen frühzeitig auf seine zukünftigen Herausforderungen vorzubereiten.