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Einführung des Planungssystems LOM.Cubes®

Success Story MAN Truck & Bus AG

Die MAN Truck & Bus AG mit Hauptsitz in München ist einer der innovativsten Hersteller von LKWs und Bussen mit einem breiten Produkt- und Serviceangebot. MAN beschäftigt weltweit 52.000 Mitarbeiter, davon etwa 30.000 in Deutschland. 80 Prozent des Umsatzes werden im Ausland erzielt. Um im internationalen Wettbewerb erfolgreich zu sein, arbeitet MAN laufend an technischen Neuerungen und setzt Maßstäbe in Bezug auf Komfort, Wirtschaftlichkeit und Sicherheit ihrer LKWs und Busse.

Herausforderung: Gleichmäßig hohe Personalauslastung in sequenzierten Produktionslinien

An der Endmontagelinie des Werks München der MAN Truck & Bus AG herrscht Abwechslung. MAN bietet seinen Kunden den Service, ihren Wunsch-LKW individuell zu konfigurieren. An einem durchschnittlichen Tag durchlaufen zwischen 120 bis 160 verschiedene Modelle die Montagelinien. Dabei kann der Arbeitsaufwand zwischen zwei Modellen mehr als doppelt so groß sein. Dies verlangt eine große Flexibilität der Ressourcen und eine genaue Feinplanung, um eine gleichmäßig hohe Auslastung des Personals und somit Wirtschaftlichkeit in der Produktion zu gewährleisten.

MAN Truck & Bus AG produziert in sequenzierten Produktionslinien mit dem Ziel, schwankende Kapazitätsanforderungen mit Überlastungsspitzen und Unterauslastungen taktübergreifend zu glätten. Die Vorteile des Konzepts der Perlenkettenbildung können aber, im Vergleich zur PKW-Montage, in der Nutzfahrzeugbranche aufgrund der hohen Anzahl an kapazitätsrelevanten Sonderausstattungen nur bedingt genutzt werden.

Da als Planungsgrundlage für die Sequenzplanung Vergangenheitsdaten herangezogen wurden, war eine effiziente Einteilung der Mitarbeiter an den Montagelinien der MAN Truck & Bus AG zum Teil nur eingeschränkt möglich. Auch ein hochflexibler Einsatz der Mitarbeiter konnte die Spitzen und die Unterauslastungen in der Arbeitsplanung nur bedingt kompensieren, da diese faktisch auf einer Rückwärtsbetrachtung basierte und bis dahin keine Prognose des Kapazitätsbedarfs berücksichtigte.

Definition von KPIs zur Bewertung verschiedener Einflussmöglichkeiten auf getaktete Montagelinien

Die MAN AG initiierte in Zusammenarbeit mit der STREMLER AG ein Pilotprojekt zur Optimierung des Personaleinsatzes. Zuerst wurde ein Kennzahlensystem erarbeitet, das die verschiedenen Ebenen sequenzierter Produktionslinien vom Fahrzeugprogramm, über die Arbeitsplanung bis hin zur Mitarbeiterflexibilität darstellt und bewertet.

Anschließend wurde eine Methodik und deren IT-technische Umsetzung zur dynamischen Austaktung im Kurzfristbereich entwickelt. Die Herausforderung war, eine gleichmäßig hohe Auslastung entlang der gesamten Linie zu erreichen und gleichzeitig die unterschiedlichen Kapazitätsanforderungen der verschiedenen Varianten zu berücksichtigen.

Optimierung durch Simulation des zukünftigen, flexiblen Mitarbeitereinsatzes

Auf Basis der Planungsplattform LOM.Cubes® der STREMLER AG wurde eine webbasierte Planungslösung entwickelt, die das Produktionssystem mit seinen variantenabhängigen Montageprozessen je Auftrag abbildet und periodisch auf aktuelle Prozesszeit- und Sequenzdaten zugreift. Täglich wird die Ist-Situation automatisch simuliert. Dabei werden die komplexen Wechselwirkungen zwischen der Zuordnung der Arbeitsinhalte, der Reihenfolge der Fahrzeuge und dem flexiblen Einsatz der Bandmitarbeiter berücksichtigt.

Der Planer sieht im Vorhinein zu welchem Zeitpunkt welche Mitarbeitergruppe wie hoch ausgelastet sein wird und kann die Zuteilung proaktiv optimieren. Zusätzlich kann er eigene Produktionssystem-Konfigurationen und Auftragslast-Szenarien definieren und innerhalb weniger Sekunden simulieren. Dies selbst bei über 100.000 Montageprozessen, die an einem Werktag anfallen.

Mehrere Diagrammtypen erlauben die Analyse der Auslastungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Die Variantenspreizung beispielsweise visualisiert und quantifiziert auf einen Blick die Potenziale durch unterausgelastete Mitarbeiter und durch die Vermeidung von zusätzlichen Springereinsätzen.

Beispiel Diagramm Variantenspreizung

 Supply Chain Planung Grafik 2

Durch hohe Transparenz sind Verbesserungen in der Feinplanung kurzfristig realisierbar

Nach Installation des simulationsgestützten Planungssystems zeigte sich in der Praxisanwendung innerhalb kurzer Zeit, dass Kapazitätsschwankungen besser beherrscht wurden.

  • Schnelle und hohe Transparenz bzgl. Verbesserungsmaßnahmen bei Unterauslastung oder Engpässen
  • Steigerung der Produktivität um bis zu 18 Prozent; dies entspricht der Reduzierung der Durchlaufzeit um ein Fahrzeug pro Tag
  • Beschleunigung der Vor- und Nachbereitung der Produktivitätsverbesserungsmaßnahmen
  • Quantitative und qualitative Beurteilung des Optimierungspotenzials der verschiedenen Maßnahmen bereits vor der Umsetzung anhand der eingeführten Kennzahlen
  • Signifikante Steigerung der Planungssicherheit in komplexen Produktionsumgebungen,
  • Automatische Berücksichtigung der komplexen Wechselwirkungen
  • Vermeidung kostenintensiver, suboptimaler Umstellungen durch Validierung der Entscheidungen mithilfe der Simulation, bevor die Kosten entstehen
     

In der Praxis zeigte sich, dass das Spektrum der Verbesserungsmaßnahmen sogar erweitert wurde. Da der Planer die finanziellen Auswirkungen nun im Voraus simulieren kann, ist es möglich geworden Szenarien in Betracht zu ziehen, die über den bisherigen Erfahrungshorizont hinausgehen.

Durch die Erfolge bestätigt, wird die MAN Truck & Bus die Anwendung auf die Vormontagen und weitere Endmontagelinien ausweiten.
 


„Der Einsatz des simulationsgestützten Planungssystems LOM.Cubes® hat für die MAN Truck & Bus AG eine neue Transparenz und Dynamik in der Planung geschaffen, die sich mehrfach positiv auswirkt. Unsere Planer können mit der Simulation in Echtzeit verschiedenste Produktionsszenarien und ihre Auswirkungen durchspielen.

Die Vor- und Nachbereitung der Produktivitätsverbesserungs-maßnahmen werden signifikant beschleunigt und die Planungsergebnisse schon im Voraus abgesichert. Die Folge ist, dass bestehende Methoden und Herangehensweisen weiterentwickelt werden konnten, um Optimierungspotenziale zu entdecken und zu realisieren. Zudem konnten wir mit Unterstützung des Planungssystems LOM.Cubes® die Produktivität in Bereichen der Rahmenbaumontagelinie um 12 Prozent bis sogar 18 Prozent steigern. Eine sehr lohnende Investition.

Durch die aussagekräftigen, visuellen Darstellungen der Szenarien hat LOM.Cubes® unsere Planer in der Praxis schnell überzeugt. „

MAN Truck & Bus AG
Stefan Röser
Projektleiter