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Optimierung der Supply Chain und des Materialflusses

Success Story ArcelorMittal Belval & Differdange S.A.

In Großprojekten auf der ganzen Welt kommen die Spundwandlösungen der ArcelorMittal Werke Belval & Differdange beim Bau von Hafenanlagen, Schleusen, Molen, Uferbefestigungen sowie als Baugrubenverbau, Brückenwiderlager, Stütz- und Gründungskonstruktionen zum Einsatz.
Die Spundbohlen- und Rammpfahlserien aus Stahl dieser weltweit größten Produktionsstandorte stehen für Schnelligkeit, Wirtschaftlichkeit und Zuverlässigkeit in der Anwendung. Der Absatz, der Marktanteil und das Ergebnis für diesen Bereich wachsen seit Jahren.

Marktführerschaft in der Stahlbranche Langprodukte durch Best-in-Class-Lieferservice

Bei der Just-in-time-Anlieferung von Spundwänden stehen Millionenbeträge auf dem Spiel. Denn der Stopp einer Großbaustelle, wie zum Beispiel dem Bau einer Hafenanlage, hat schwer wiegende finanzielle Konsequenzen. Exzellenter Lieferservice ist sowohl ein wichtiger Faktor im Wettbewerb als auch für die Einhaltung der Kostenbudgets.

Die Produktionsgesellschaft ArcelorMittal Belval & Differdange (AMBD) in Luxemburg ist Technologieführer in der Herstellung von Spundwänden und Rammpfählen aus Stahl. Diese werden über die Vertriebs- und Marketingorganisation ArcelorMittal Commercial RPS (AMCRPS) vertrieben. Die unternehmensinterne durchgängige Lieferkette reicht vom Stahlwerk über die Walzwerke bis zum kundenspezifischen Finishing und zur Distribution an die Baustelle.

Für den weiteren Ausbau der Marktführerschaft im Segment der Spundwände, rückte ArcelorMittal mit einer für die Branche zukunftsweisenden Geschäftsfeldstrategie, die Kundenorientierung durch Best-in-Class-Lieferservice stärker in das Zentrum ihres Handelns.

Darüber hinaus waren die Grenzen der Kapazitätsauslastung des Walzwerks Belval aufgrund eines über Jahre kontinuierlich gestiegenen Absatzes, erreicht worden und damit die Produktionsflexibilität stark rückgängig. Dies hatte sowohl zu einer signifikanten Verschlechterung der Lieferfähigkeit als auch der Liefertreue geführt. Ebenso mussten die vertriebliche und logistische Abwicklung neu strukturiert werden und Bestände von ca. 90.000 Tonnen, die sich entlang der gesamten Liefer- und Distributionskette aufgebaut hatten, reduziert werden.

Pull-System für die neue Supply Chain

Um neben der Produkt- und Technologieführerschaft in Zukunft auch die Serviceführerschaft zu erreichen, musste die gesamte Supply Chain, vom Vertrieb über die Auftragsabwicklung zu den Werken und die Distributionslogistik, neu konzipiert werden. Die besondere Herausforderung bestand darin, das Grundprinzip der Planung und Steuerung, ausgehend von einem klassischen Push-System, auf ein modernes Pull-System umzustellen. Dafür mussten die notwendigen operativen, logistischen und IT- technischen Voraussetzungen geschaffen werden.

Ergebnisse der erfolgreichen Umsetzung der Geschäftsfeldstrategie

Das Gesamtprojekt war in drei Projektphasen gegliedert

Phase 1: Konzeption und Freigabe des Supply Chain-Modells gemeinsam mit dem ArcelorMittal Management
Phase 2: Erarbeitung des Blue Prints für eine integrierte IT/SAP-Realisierung und begleitende Unterstützung der SAP-Einführung. Verbesserung der vertrieblichen Auftragsabwicklungsprozesse.
Phase 3: Detaillierte Umsetzung des Supply Chain-Konzeption vor Ort in den Werken bis hin zur Realisierung der Kennzahlen.

Die wichtigsten Ergebnisse der Umsetzung sind:

  • Dauerhafte Steigerung der Liefertreue ab Werk von unter 50 Prozent auf stabil über 95 Prozent bei gleichzeitiger
  • Senkung des Gesamtbestands innerhalb des ersten Jahres um deutlich mehr als 30 Prozent. Basierend auf den erreichten Ergebnissen wurden mit dem Projektteam und dem Management weitere Maßnahmen zur Stabilisierung und Bestandssenkung beschlossen, die im folgenden Jahr eine weitere Reduzierung der Bestände auf 40% des Anfangvolumens ermöglichten.

Entwicklung Gesamtbestand und Liefertreue

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  • Signifikante Verbesserung des Cash-in-Zyklus durch hohen Lieferservicegrad
  • Reduzierung der offenen Aufträge um mehr als  60 Prozent.
  • Signifikant Reduzierung der Komplexität der Fertigungssteuerung und Abwicklung
  • Erhebliche Senkung und Stabilisierung der Kosten logistisch bedingter Reklamationen
     

Nach Abschluss des Projektes gilt das Werk Belval als Benchmark im ArcelorMittal Konzern und in der gesamten Branche. Die Servicestrategie bei niedrigen Beständen und erhöhter Produktivität konnte über alle Stufen der Supply Chain realisiert werden. Hinsichtlich der Mittelbindung wurden signifikante Verbesserungen der relevanten Kennzahlen wie Kapitalbindung, Kapitalumschlag und Reklamationskosten erzielt. Die neue Supply Chain-Konzeption hat sich bereits in der Krise bewährt: aufgrund der kurzen Reaktionszeiten und des optimalen Kundenlieferservices konnte ArcelorMittal Spundwand zusätzliche Aufträge realisieren und verfügte dadurch über eine gegenüber dem Wettbewerb äußerst zufrieden stellende Auslastung auch in wirtschaftlich angespannten Zeiten. Darüber hinaus bilden die Vorteile hinsichtlich Lieferservicegrad, Flexibilität und Produktivität bei niedriger Kapitalbindung das Rückgrat für weitere Verbesserungen der Wettbewerbsposition und Standortsicherung.


 „Als Bindeglied zwischen Vertrieb und Produktion im Projektteam konnte ich den Wechsel vom klassischen, eher antagonistischen Verhältnis zwischen Produktion und Vertrieb zu einer echten gemeinsamen, auf gegenseitigem Vertrauen fußenden Kooperation dank der Zielerreichung, aus nächster Nähe feststellen. Auch hierzu hat die Firma STREMLER AG tatkräftig beigetragen, durch ihre begleitende Vermittlung und durch die Fertigkeit, die Fokussierung auf die Ursache anstatt den Verursacher und auf die Zielerreichung sicherzustellen.“

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Jacques Koch
General Manager

„Der Erfolg innerhalb eines Jahres von einer Liefertreue von ca. 35 % auf über 95 % hat nicht nur zu einer wesentlich besseren Kundenzufriedenheit und viel niedrigeren Lagerbeständen, sondern auch zu einem wesentlich spannungsärmeren Betriebsablauf geführt. Für diesen Erfolg möchte ich mich herzlich bei meinen Mitarbeitern, aber ganz besonders auch bei der Firma STREMLER AG bedanken. Ich würde ein solches Projekt ohne zu zögern wieder mit Alphonse Stremler und seinen Mitarbeitern machen.“

Dr. Ing. Jean-Michel Dengler ArcelorMittal Belval &
Differdange S.A.

Dr. Ing. Jean-Michel Dengler
General Manager and CEO